Dennis studiert „Internationale Fachkommunikation und Übersetzen“ im 6. Semester – so wird er zum Vermittler zwischen Fachwissen und Menschen allen Alters.

Kommunikationsprofi werden

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Computer, Waschmaschinen oder Spielekonsolen: Die meisten Menschen haben mit solchen Gegenständen regelmäßig in ihrem Alltagsleben zu tun. Man benutzt sie oft, schnell setzt dabei sogar ein gewisser Automatismus ein. Aber wie würde man jemanden erklären, wie man ein solches Gerät verwendet – jemanden, der wirklich keine Ahnung davon hat?

Man könnte meinen, das kriege man schon irgendwie hin. Doch Dennis weiß, was das für eine große Herausforderung darstellt. „Eine verständliche Anleitung zu formulieren ist eine Kunst für sich“, meint er. Der 24-Jährige studiert „Internationale Fachkommunikation und Übersetzen“ im 6. Semester. Fachlich und verständlich schreiben, „Kommunikationsprofi“ werden, darauf bereitet ihn sein Studium vor. In einer Projektarbeit wurde dies auf die Probe gestellt: Dennis verfasste eine Anleitung für die beliebte Spielekonsole „Nintendo Switch“. Dabei war es wichtig, nachvollziehbar zu kommunizieren, sodass Menschen jeden Alters das Gerät verstehen.

„Eine anstrengende, aber wichtige Aufgabe”

„Die Welt wird immer digitaler. Da liegt es an Leuten in meinem Alter, auch ältere Generationen in die neue Technik einzuführen“, erzählt Dennis. Das merkte er bereits während seiner Ausbildung bei einem Technikhändler. Menschen, die mit Fragen über technische Geräte auf ihn zukamen, waren meist deutlich älter als er. Für jemanden wie Dennis, der täglich mit Technik wie einer „Nintendo Switch“ zu tun hat, ist es schwierig, etwas für ihn ganz Selbstverständliches zu erklären: „Es ist eine anstrengende, aber sehr wichtige Aufgabe“.

Im Studium wird er mit dem entsprechenden Wissen und Handwerkszeug ausgestattet. Einige Faustregeln erleichtern die Arbeit an einer Anleitung aber immens. Pro Satz solle man stets nur eine Sache auf einmal erklären, in Beschreibungen möglichst auf komplexe Fachbegriffe verzichten. Auch sei es wichtig, die im Text erwähnten Begriffe durchgängig einheitlich zu bezeichnen – in diesem Artikel zum Beispiel wird auch nicht ständig zwischen „Anleitung“ oder einem Synonym wie „Gebrauchsanweisung“ gewechselt. „Es sind simple Dinge wie diese, die für den unwissenden Leser einer Anleitung große Unterschiede machen“, meint Dennis. Am Anfang sei es für ihn auch sehr schwierig gewesen, in einfacher Sprache zu schreiben: „Von Deutschaufsätzen war ich noch eine schöne Schreibweise gewöhnt. Solche Sätze liest man in Anleitungen nicht – aber da kommt man rein.“

Im Fall der Nintendo Switch war es Dennis wichtig, neben dem Aufbau des Geräts auch spezielle Funktionen zu erläutern. Für die Eltern spielender Kinder sei es beispielsweise wichtig zu erfahren, wie man die Konsole mit einer App verbindet, um die Spielzeiten der Kinder zu überprüfen. Dabei arbeitete er zusätzlich multimedial mit erklärenden Fotos – „lieber zu viele Erklärungen als zu wenige, so kann man wirklich nichts falsch machen.“

 

 

 

Allrounder im Bereich Kommunikation

Dennis und seine Kommilton:innen aus dem Studiengang verfassten alle ganz unterschiedliche Anleitungen. Wo viele über technische Geräte schrieben, wurde auch die Konservierung von Lebensmitteln oder die korrekte Säuberung von Kontaktlinsen erklärt. Vielfältige Themengebiete – doch für die Studierenden aus „Internationale Fachkommunikation und Übersetzen“ ist es überaus wichtig, über breit gefächertes Fachwissen zu verfügen und ihr Handwerk in verschiedenen Kontexten zu erproben. Denn sie sollen Allrounder im Bereich der Kommunikation und somit im gesamten Arbeitsmarkt einsetzbar werden. „Wer denkt, der Studiengang wird nur übersetzt, liegt ganz daneben“, so Dennis.

Ein besonderer Schwerpunkt wird nämlich daraufgesetzt, sich Fachsprachen der unterschiedlichsten Bereiche anzueignen: von Naturwissenschaften und Technik über Wirtschaft bis hin zum Rechtssystem. „So stehen uns alle Türen und Branchen offen, wo auch immer wir Fuß fassen wollen“, berichtet Dennis begeistert. Genauer spezialisieren könne man sich immer noch im anschließenden Master-Studiengang. Vielseitigkeit im Studium, das zeigt sich auch in den Aufgaben der Studierenden. Die theoretisch angelegten Hausarbeiten seien mit diversen Projektarbeiten „wirklich fair ausbalanciert“.

„Lust, sozial zu sein, zu vermitteln und zu helfen”

Das Projekt hat Dennis auf seine anstehende Bachelorarbeit gut vorbereitet. So wird er die Terminologie eines Verbandes von Statistikern vereinheitlichen. Wie es für ihn nach dem Abschluss weitergeht, wisse er noch nicht genau. Gerne würde er erst einmal arbeiten, dann weitersehen. Durch seinen Studiengang bekommt er dafür wirklich viele Möglichkeiten präsentiert: Frühere Absolvent:innen begannen direkt in der Unternehmenskommunikation als Fachübersetzer:innen für alle denkbaren Textsorten oder als Expert:innen für die Kommunikation in verschiedensten Fachbereichen.

Es ist eine große Verantwortung, die auf den Schultern von Leuten wie Dennis liegt: Zukünftig ist es ihre Aufgabe, Expertenwissen oder Sachverhalte so verständlich zu vermitteln, dass jede Generation daran teilhaben kann. Dennis habe eben „einfach Lust darauf, sozial zu sein, zu vermitteln und zu helfen.“ Eine noble Lebenseinstellung. Und was macht Dennis, wenn er sich davon auch mal eine Pause gönnt? „Kino, Sport, vielleicht auch mal eine Runde zocken mit meinen Freunden", zählt er auf. So gern er die Funktionsweise seiner „Nintendo Switch“ auch anderen ans Herz legt, genauso viel Spaß habe er auch mal daran, wieder selbst zum Controller zu greifen.

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