Design, das wirkt: Wie Praxisprojekte den Weg zum Erfolg ebnen

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Adrian Wiepcke hat an der Hochschule Magdeburg-Stendal den Bachelor Industrial Design und danach den Master Engineering Design studiert. Zusammen mit seinen Studienfreunden Daniel Glatthaar und Björn Heine hat er anschließend eine eigene Firma gegründet.

Nun ist der Designer mit einem Studienprojekt, das zusammen mit Daniel Glatthaar und Siwen Tian entstanden ist, für ein kabelloses 3D-Messsystem für den UX Design Awards Spring 2026 in der Kategorie „New Talent“ nominiert – für dessen Entwurf wurden die drei Studierenden bereits mit dem Gold Award der Wonder Global Awards im Bereich Produktdesign ausgezeichnet.

Noch bis zum 25. Februar ist die Abstimmung geöffnet und ihr könnt sie mit eurer Stimme unterstützen!

Adrian, was ist dir von deinem Studium besonders in Erinnerung geblieben?
An der Hochschule konnte ich vom Bachelor bis hin zum Masterstudiengang wertvolle Erfahrungen in praxisrelevanten Projekten sammeln. Besonders geholfen hat mir dabei die tiefgreifende und vielseitige Unterstützung der Professorinnen und Professoren, die mit großem Erfahrungsschatz, Weitsicht und individueller Betreuung – auch außerhalb der regulären Vorlesungszeiten – zur Seite standen. Gemeinsam mit Dozenten und Kooperationspartnern wurde so ein tiefes Verständnis für praxisnahe Herausforderungen, Lösungsansätze und den Umgang mit kreativen Aufgaben in einer technischen Welt ermöglicht.


Warum ist der Praxisbezug gerade für Design-Studiengänge so wichtig?
Praxisarbeit in den Bereichen Industriedesign, Produktdesign und Engineering Design ist unerlässlich. Dazu zählen neben technischem Verständnis, Produktaufbau, Fertigungsmethoden, technischer Mechanik und Materialkunde auch Konstruktionen im CAD, die Visualisierung durch Renderings sowie Animationen, ebenso wie die Themen User Experience Design und User Interaction Design, die Hand in Hand in ein erfolgreiches Produkt überführt werden.


Wie sah das in der Praxis aus?
In jedem Semester standen dafür mehrere Praxispartner aus mittelständischen und großen Unternehmen zur Verfügung, sodass immer wieder herausragende Kooperationen zustande kamen, die jedes Semester aufs Neue eine Auswahl aus spannenden Projekten erlaubt haben – mit hohem Praxisanteil undMehrwert für die Kooperationspartner, aber vor allem für die Studierenden in ihrer Erfahrungstiefe.

Ihr seid mit eurem Projekt für die UX Design Awards nominiert. Was habt ihr entwickelt?
Im Projekt „Festool kabelloses 3D-Messsystem“ haben wir im Rahmen der Kooperation zwischen der Festool GmbH und dem Masterstudiengang Engineering Design ein Produkt entworfen, das die Vermessung von 3D-Räumen für Innenarchitektur und Immobilienausbau ermöglicht. Festool trat mit dem offenen Arbeitstitel einer Messlösung an uns heran und gab uns bewusst die Freiheit, selbst zu definieren, welche Art von „Messen“ wir als Studierende entwickeln wollen.
Unsere Gruppe entschied sich für ein hochpräzises System, das Wände, Kanten, Ecken, aber auch Rundungen in einem Raum zuverlässig erfasst, als 3D-Modell abbildet und anschließend direkt für die Planung eines Innenausbaus nutzbar macht.

Wie sah die Zusammenarbeit mit der Firma konkret aus?
Die Entwicklung verlief in einem engen, kooperativen Austausch mit Festool: regelmäßige Gespräche, inhaltlicher Abgleich und ein echtes „Ping-Pong“ aus Ideen, Entwürfen, Feedback des Kooperationspartners und Beratung durch die Professorin. So waren Entscheidungen jederzeit nachvollziehbar, und alle Beteiligten konnten ihre Perspektiven einbringen.
Insgesamt war der Prozess geprägt von hoher Innovationskraft, einer klaren Orientierung an technischen Möglichkeiten, Markt und Wettbewerb sowie den Anforderungen von Festool und dessen Kunden – und genau diese Symbiose hat für mich den besonderen Reiz und die große Freude an diesem Projekt ausgemacht.

Nach dem Studium habt ihr euch selbstständig gemacht. Welche Geschäftsidee habt ihr umgesetzt?
Mit arcaiv studios haben wir eine strategische Designagentur gegründet, die Kompetenzen aus Produkt-, Industrie- und Engineering Design branchenübergreifend zugänglich macht. Heute verbinden wir Praxiserfahrung aus Unternehmen mit der elementaren Grundlage aus dem Masterstudium Engineering Design – und setzen genau dort an, wo technische Komplexität, Fertigbarkeit und Nutzerfokus zusammenkommen. Mit Björn Heine, ebenfalls ehemaliger Engineering-Design-Student, ist unser Team auf drei Gründer gewachsen, die aus einem gemeinsamen fachlichen Verständnis heraus arbeiten.

Unsere Arbeit bewegt sich dabei bewusst an der Schnittstelle zwischen Design und Technik. Wir arbeiten eng mit Ingenieuren, Konstrukteuren und Entscheidern zusammen, setzen gemeinsam Prioritäten und begleiten den Weg vom strategischen Rahmen bis zum Feinschliff – inklusive Hard- und Software, Fertigung und Konstruktion. Oft sind es nicht die großen Gesten, sondern präzise, klug gesetzte Änderungen, die Produkte hochwertiger, langlebiger und durchdachter wirken lassen – und damit ihre Akzeptanz im Markt erhöhen.


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