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#Menschen

Auf dem Board stehen – das versuchen Liza und Birte, sofern es die Zeit zulässt, jeden zweiten Tag. Ganz nach dem Motto „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur das falsche Board“ lassen sie sich auch nicht abschrecken, wenn das Wetter verrückt spielt.

Nicht mal dann, wenn es schneit. Ganz im Gegenteil: Das spornte die zwei Studentinnen des Studiengangs Mensch-Technik-Interaktion dazu an, kreativ zu werden. Kurzerhand haben sie ein altes Skateboard für die Nutzung im Schnee umgebaut, raus kam ein sogenanntes Snowskate. „Wir haben die Achsen samt Rollen abgebaut, die Folie abgeschliffen und das Skatedeck eingewachst, damit es besser im Schnee rutscht“, erklärt die 20-jährige Liza. Geübt im Snowboard fahren sind beide, denn auch wenn Skateboardfahren ihr liebstes Hobby ist, sind sie auf keine Sportart festgelegt. Beide kommen aus der Leichtathletik und sind übers Snowboarden zum Skateboarden gekommen.

Egal welcher Sportart man sich widmet, die Technik ist das A und O, um sie richtig auszuführen. „Am wichtigsten ist dabei das Bewusstsein über den Körperschwerpunkt. Denn der ist wichtig, um die Kontrolle über sein Board zu haben“, führt Liza aus. Birte ergänzt: „Möchte man mit dem Snowskate irgendwo herunterfahren, muss man den Körperschwerpunkt nach vorne verlagern. Das gleiche tritt bei einem Drop In beim Skaten ein, wenn man von oben in eine Rampe hineinfahren möchte. Hat man Angst und lehnt sich zu weit nach hinten, wird es auch nicht klappen.“

„Trägheitskräfte sind unglaublich spannend für mich geworden”

Skateboard- oder Snowbaordfahren sei hierbei ein ganz einfaches Beispiel für eine Mensch-Technik-Interaktion. Der Mensch steht in Beziehung zum Board und interagiert damit. Mit der Geschwindigkeit kommen Trägheitskräfte ins Spiel. Wir erinnern uns, das sind die Kräfte, die man spürt, wenn es zu einer Beschleunigung kommt. Ob stehend im Zug, sitzend in einer Achterbahn oder eben auf einem Skateboard – das Prinzip ist immer das gleiche. Mit naturwissenschaftlichen Gesetzen und Prozessen wie diesen beschäftigen sich Birte und Liza in ihrem Studium Mensch-Technik-Interaktion, wobei die Physik immer mit dem Menschen verknüpft werde.

Die beiden erleben immer wieder neue Aha-Momente und verstehen um einiges besser, wie und warum ein Trick beim Skaten funktioniert. Was sie vorher unterbewusst und mit dem nötigen Körpergefühl richtig gemacht haben, tun sie nun mit wissenschaftlichem Bewusstsein: „Trägheitskräfte sind unglaublich spannend für mich geworden, gerade was das Skaten betrifft. Man bringt das immer in Verbindung mit dem Studium und im Nachhinein ist alles viel nachvollziehbarer“, findet Liza. Aus dem Grund nehmen die beiden ihre Tricks auf, um sie anschließend auszuwerten und zu analysieren. Das passiert dann auch mal in der gemeinsamen Wohnung, denn die zwei skaten, studieren und leben zusammen.

Zu dem Entschluss, Mensch-Technik-Interaktion zu studieren, kam Liza übrigens durch Birte, die bereits im 4. Semester ist. Während Lizas Ausbildung zur Physiotherapeutin hat sie viele Inhalte aufgeschnappt und schon im Vorfeld von Birte einen guten Einblick in das Studium erhalten. Birtes Begeisterung und die gemeinsamen Gespräche über den Studiengang haben Liza dann dazu bewogen, den Schritt ins Studium zu wagen. Innerhalb ihrer Ausbildung habe sie bereits einen riesigen Einblick in das Gesundheitswesen und technische Assistenzsysteme erhalten, wodurch es viele Parallelen zum Studium gebe. Aber auch ihr Wissen rund um den menschlichen Körper sei von Vorteil.

Was man als unwissende Person zunächst nicht ahnt: Ein Snowskate unterscheide sich stark von einem handelsüblichen Snowboard. Durch die fehlenden Kanten an der Unterseite fällt das Lenken und Bremsen schwer, zudem ist das Board viel kleiner: „Mit einem Snowskate zu fahren ist schwieriger als man denkt. Es ist sehr rutschig und wackelig. Und weil man nicht lenken und bremsen kann, fällt man sehr oft hin“, fasst Birte mit einem Lachen zusammen. Davon lassen sich die Studentinnen aber nicht abhalten. Im Winter wollen sie mit einer weiterentwickelten Version des Snowskates wieder losziehen: „Ich kann mir vorstellen, Schienen aus Plastik anzubringen, damit es die Richtung behält und wenigstens geradeaus fährt“, sagt Liza.  

„Weich gelandet, ist gut gefallen”

Aber so oder so, an erster Stelle steht für die beiden der Spaß. „Wir wissen, wie man fällt. Das haben wir unser ganzes Leben schon geübt“, sagt Birte und lacht.“ Sobald wieder Schnee liegt, zieht es sie wieder ins Freie oder wie Liza es zusammenfasst: „Weich gelandet ist gut gefallen.“

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