Wo die Stadt kurz innehält: Ein „ZwischenRaum“ für Magdeburg

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Zwischen Straßenbahn, Dom und Volksbank entsteht ein neuer kleiner Ort zum Innehalten. Verantwortlich dafür ist die Industrial-Design-Studentin Wiebke Ulrich von der Hochschule Magdeburg-Stendal. Ihr Entwurf „ZwischenRaum“ überzeugte beim Mitarbeiter-Voting der Volksbank und wird direkt neben dem Haupteingang des Gebäudes realisiert.

Der Name ist Programm, denn genau mit diesem Gedanken begann Wiebkes kreativer Prozess: dem Moment zwischen zwei Terminen, zwischen Bewegung und Pause. „Eine Pause ist ja immer etwas dazwischen. Zwischen zwei Verabredungen oder Orten“, erklärt sie. Genau diesen Zustand wollte sie gestalterisch sichtbar machen.

Der Weg zum Industriedesign führte die Studentin über einen kleinen Umweg. Zunächst studierte sie bereits an der Hochschule Magdeburg-Stendal Journalismus, bevor sie merkte, dass sie der kreative Prozess hinter Ideen besonders faszinierte. „Ich habe gemerkt, dass ich den kreativen Schaffensprozess spannender finde“, sagt sie. Der Studiengang Industrial Design auf dem Campus weckte schließlich ihre Neugier und überzeugte sie.

Heute ist sie im vierten Semester ihres Bachelorstudiums. Besonders schätzt sie die Atmosphäre auf dem Magdeburger Campus. „Ich mag es, dass es nicht so groß ist. Dadurch hat man einen direkteren Zugang zum Lehrpersonal“, erzählt sie. Gerade im Designbereich seien die Jahrgänge überschaubar. „Man hat wirklich das Gefühl, gesehen zu werden und kann sich mit Ideen immer an jemanden wenden.“

Für das Projekt rund um die Volksbank ging es zunächst nicht um Formen oder Materialien, sondern um Beobachtung. Wiebke und ihre Kommiliton:innen analysierten den Ort, führten Gespräche mit vorbeilaufen Personen und untersuchten, wie Menschen öffentliche Sitzgelegenheiten tatsächlich nutzen. „Wir sind durch die Stadt gelaufen und haben uns alle möglichen Sitzmöglichkeiten angeschaut“, erinnert sie sich. Aus diesen Eindrücken entwickelten sich erste Konzepte.

Ihre Idee konzentrierte sich schließlich auf das Thema Pause. Der Standort vor der Volksbank befindet sich genau in einem Übergangsbereich der Stadt. Zwischen Bankterminen, Straßenbahnhaltestelle, Domplatz und Innenstadt. Für sie lag darin der Schlüssel zur Gestaltung: ein Ort, der diesen Zwischenmoment bewusst macht. Auch gestalterisch sollte die Bank Offenheit ausstrahlen. Der Entwurf besteht aus zwei Elementen, die verschiedene Sitzsituationen ermöglichen. Menschen können sich gegenübersitzen, nebeneinander Platz nehmen oder sich spontan dazusetzen. Gleichzeitig fügt sich die Gestaltung mit ihrer schlichten, organischen Form in das historische Umfeld des Domplatzes ein.

Entstanden ist der Entwurf in enger Zusammenarbeit mit der Hochschule sowie den betreuenden Dozenten Nils Suhr und Mathias Bertram. „Da war unglaublich viel Interesse daran, dass wir wirklich gute Ergebnisse entwickeln“, sagt die Studentin. Unterstützung kam außerdem von artis interior, einem Unternehmen, das ebenfalls von ehemaligen Industriedesign-Studierenden gegründet wurde.

Alle eingereichten Entwürfe überzeugten durch Kreativität und unterschiedliche Ansätze. Am Ende setzte sich jedoch Wiebkes Konzept „ZwischenRaum“ klar als Favorit durch. Wiebke hat einen ganz bestimmten Moment vor Augen: „Ich freue mich einfach darauf, irgendwann vorbeizufahren und zu sehen, dass Leute darauf sitzen“, sagt sie.

Eine Zeit lang hat sie selbst in der Nähe des Domplatzes gewohnt. Der Gedanke, dass dort künftig ein Objekt von ihr Teil des Stadtbildes wird, fühlt sich besonders an. „Wenn ich irgendwann aus Magdeburg weggehe, steht da trotzdem noch ein Stück von mir.“

Für alle, die sich selbst für Gestaltung interessieren, hat sie einen einfachen Rat: ausprobieren. „Wenn man merkt, dass man Spaß daran hat, Dinge zu gestalten, sollte man dem auf jeden Fall nachgehen.“ Und vielleicht entsteht genau daraus, wie bei ihr, irgendwann ein Ort, an dem Menschen mitten in der Stadt kurz innehalten.

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Aufgeschrieben von Laura Nagy | Fotos: Laura Nagy und Phoebe Koschnieder | Veröffentlicht am: 25.03.2026


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