Mensch-Technik-Interaktion: ein einzigartiges Studium

#Magdeburg
#Menschen
#Hochschulleben
#Alumni

Während andere nach dem Abitur direkt ins Studium starten, führte Pauls Weg von der Hauptschule über den Realschulabschluss mit Gymnasialempfehlung, in eine Ausbildung und schließlich über sein Studium der Mensch-Technik-Interaktion an der Hochschule Magdeburg-Stendal in seinen heutigen Beruf bei der Feuerwehr. Der 29-jährige Berliner hat uns von seiner Reise berichtet und gibt Einblicke in sein Studium und sein aktuelles Berufsleben.
 

Mit welchen drei Wörtern würdest du dich am ehesten beschreiben?
Als Teamplayer, dickköpfig und aufgeschlossen.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?
Ich bin viel bei der Freiwilligen Feuerwehr unterwegs und gehe gerne wandern oder auf Reisen. Erst vor ein paar Wochen war ich auf einer mehrtägigen 200-km-Wanderung.

Was machst du derzeit beruflich?
Ich bin wissenschaftlicher Projektmitarbeiter, angestellt über die Stadt Luckenwalde bei der Feuerwehr. In dem Projekt möchten wir eine Maschinistenausbildung für die Feuerwehr im digitalen Kontext abbilden. Dabei arbeiten wir mit verschiedenen Kooperationspartnern zusammen, und ich bin quasi dafür zuständig, den Partnern, die vorher nichts mit der Feuerwehr zu tun hatten, die Fachexpertise zu vermitteln. Außerdem kommen noch viele Datenerhebungen, Auswertungen und User-Tests auf mich zu – aber erst später, das Projekt hat ja gerade erst begonnen.
 

War es für dich eine Herausforderung, nach deinem Hochschulabschluss im letzten Jahr in den Beruf einzusteigen?
Es war anfangs gar nicht so einfach, da der Studiengang ein sehr offenes Profil hat und recht einzigartig ist. Aber dann kam diese Ausschreibung, die quasi genau auf meinen Studiengang zugeschnitten war.


Wie kam es zu deiner Entscheidung, studieren zu gehen?
Da gab es viele ausschlaggebende Punkte. Ich habe zunächst eine Berufsausbildung zum Industriemechaniker gemacht. Schon damals habe ich gedacht: „Irgendwas muss da noch hinterherkommen.“ Zunächst blieb ich aber noch zwei Jahre im Beruf. Ich musste dann zweimal den Betrieb wechseln: Erst kam es durch eine Firmenübernahme zu einem massiven Stellenabbau, von dem ich betroffen war, und beim zweiten Mal gab es eine Standortverlagerung. Da ich ohnehin weitermachen wollte und am liebsten in den öffentlichen Dienst wechseln wollte, war klar: Ein Studium könnte mir dabei helfen, trotz der dort üblichen Gehaltseinbußen in einer höheren Position einzusteigen.
Ein weiterer ausschlaggebender Punkt war, dass ich in der Produktion gemerkt habe, dass ich dort auf Dauer nicht glücklich werde. Ich war geistig kaum ausgelastet, nur körperlich. Gleichzeitig wuchs der Wunsch, irgendwann zur Berufsfeuerwehr in den gehobenen Dienst zu gehen. Meine Freizeitgestaltung ließ sich damit sehr gut verbinden. Nach zwei Jahren Berufstätigkeit habe ich dann mein Fachabitur an der Berufsschule gemacht und war anschließend an der Fachoberschule, um die allgemeine Fachhochschulreife zu erwerben. Da ich bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen hatte, konnte ich das in einer verkürzten Form innerhalb eines Schuljahres absolvieren.
 

Und warum hast du dich dann für dein Studium an der Hochschule Magdeburg-Stendal entschieden?
Zunächst habe ich in Köln ein Studium im Rettungsingenieurwesen begonnen. Das hat mir jedoch nicht gefallen. Daher habe ich mich nach etwas Neuem umgesehen und verschiedene Studiengänge geprüft – wie sie aufgebaut sind und ob sie meinen Interessen entsprechen. Dabei bin ich auf den Studiengang Mensch-Technik-Interaktion gestoßen, der mich überzeugt hat, nach Magdeburg zu gehen.

Was hat dich an dem Studiengang besonders gereizt?
Vor allem die Interdisziplinarität. Anfangs dachte ich, die Psychologie würde mich besonders reizen, da mich der Bereich schon immer interessiert hat. Im Nachhinein war es aber eher die Soziologie, insbesondere die Techniksoziologie, die ich sehr spannend fand. Und auch, dass das Studium so breit aufgefächert ist. Rückblickend finde ich außerdem interessant, wo die Absolventinnen und Absolventen später arbeiten. Jeder erzählt etwas anderes, weil man seine persönlichen Interessen einbringen kann. Der Berufsweg ist nicht so gradlinig wie zum Beispiel im Maschinenbau, wo relativ vorhersehbar ist, wo man am Ende landet.
 

Was würdest du anderen raten, die sich für deinen Studiengang interessieren?
Wählt eure Wahlpflichtmodule weise. Man hat die Möglichkeit, in den Wahlpflichtmodulen stärker den eigenen Interessen nachzugehen und auch in andere Studiengänge hineinzuschauen. Deshalb sollte man sich gut überlegen, was man später mit dem Studium machen möchte und die Module entsprechend auswählen. Ein oder zwei zusätzliche Wahlpflichtfächer können ebenfalls nicht schaden.
 

Was nimmst du aus deiner Studienzeit mit?
Vor allem, dass man sich unbedingt mit vielen Leuten vernetzen sollte. Das merke ich jetzt im Nachhinein, weil die Kontakte auch beruflich sehr hilfreich sind. Außerdem die Art und Weise, wie ich mit Daten umgehe und wie ich an Informationen herankomme – das finde ich sehr spannend. Das sind, glaube ich, die Dinge, die mir persönlich, über das Fachliche hinaus, sehr weitergeholfen haben.
 

Was sind deine Pläne für die Zukunft?
Ich überlege, vielleicht noch einen Master in Teilzeit neben dem Job zu beginnen. Ich schaue mich schon ein wenig um, welcher es werden könnte. Und idealerweise möchte ich noch bei der Berufsfeuerwehr eine Ausbildung machen. Mein Weg ist also noch nicht zu Ende.

Infos zum Bachelorstudiengang Mensch-Technik-Interaktion

Zur Studienberatung

 

###

Veröffentlicht am 16. Januar 2026

Interview: Michelle Dölling

Foto: Matthias Piekacz

###

Aktuelles

Mensch-Technik-Interaktion: ein einzigartiges Studium

Jetzt lesen
Daniel Bachmann

Damit uns das Wasser nicht bis zum Hals steht: Was Wasserwirtschaft kann

Jetzt lesen
Sara Gruber

Für ein Stipendium bewerben? „Es lohnt sich, es zu probieren!“

Jetzt lesen